VER­FAS­SUNGS­RECHT

ÖF­FENT­LI­CHES RECHT

Das Ver­fas­sungs­recht ist eine ty­pi­sche Quer­schnitts­ma­te­rie. Die nor­ma­ti­ven Wir­kun­gen des Grund­ge­set­zes er­stre­cken sich in alle Be­rei­che des öf­fent­li­chen und auch des Zi­vil­rechts. Ver­fas­sungs­recht­li­che Fra­gen spie­len bei der Be­ur­tei­lung eines me­di­en­recht­li­chen Ka­nal­be­le­gungs­pla­nes eben­so eine Rolle wie bei der Prü­fung des An­spruchs auf eine Bau­ge­neh­mi­gung, bei der Be­för­de­rung eines Be­am­ten oder der Aus­wei­sung eines Na­tur­schutz­ge­bie­tes. Im öf­fent­li­chen Recht sind daher alle un­se­re An­wäl­te mit ver­fas­sungs­recht­li­chen Fra­gen be­fasst.

Dar­über hin­aus gibt es aber auch immer wie­der Fälle, die mit ihrem Schwer­punkt im Ver­fas­sungs­recht an­ge­sie­delt sind. Ma­te­ri­ell ist das ins­be­son­de­re der Fall, wenn es um staats­or­ga­ni­sa­ti­ons­recht­li­che Fra­gen geht oder um die Prü­fung der Ver­fas­sungs­mä­ßig­keit von Ge­set­zen.

Auch in die­sem Be­reich be­ra­ten wir un­se­re Man­dan­ten. In vie­len Fäl­len ver­tre­ten wir sie auch in Ver­fah­ren vor dem Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, zu­meist im Rah­men von Ver­fas­sungs­be­schwer­den. Ein spek­ta­ku­lä­res Ver­fah­ren die­ser Art, in dem wir zwei Lan­des­re­gie­run­gen als An­hö­rungs­be­rech­tig­te ver­tra­ten, war das Ver­fas­sungs­be­schwer­de­ver­fah­ren zum Atom­aus­stieg, das zum Er­lass des Ur­teils vom 06.12.2016 (1 BvR 2821/11 u.a.) führ­te. Ein an­de­res be­deut­sa­mes Ver­fah­ren be­traf eine Kom­mu­nal­ver­fas­sungs­be­schwer­de, die wir im Namen von 16 kom­mu­na­len Kör­per­schaf­ten er­ho­ben hat­ten, die sich gegen die be­schrän­ken­den Re­ge­lun­gen für so­ge­nann­te Op­ti­ons­kom­mu­nen wand­ten (vgl. das Ur­teil des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts vom 07.10.2014 – 2 BvR 1641/11 –).

Dar­über hin­aus waren und sind wir auch im Rah­men von staats­recht­li­chen Ver­fah­ren wie der abs­trak­ten Nor­men­kon­trol­le und des Or­gan­streit­ver­fah­rens zwi­schen Ver­fas­sungs­or­ga­nen tätig. In letz­te­rer Hin­sicht waren Streit­ge­gen­stän­de der von uns be­trie­be­nen Ver­fah­ren häu­fig Aus­kunfts­rech­te (vgl. das Ur­teil des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts vom 30.03.2004 – 2 BvK 1/01 –) oder Mit­wir­kungs­be­fug­nis­se der par­la­men­ta­ri­schen Min­der­heit (vgl. das Ur­teil des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts vom 22.09.2015 – 2 BvE 1/11 –). In Ver­fah­ren der letz­te­ren Art sind wir auch vor zahl­rei­chen Lan­des­ver­fas­sungs­ge­rich­ten tätig ge­wor­den. Auch wenn der­ar­ti­ge Ver­fah­ren zu­nächst nur kon­kre­te Kom­pe­tenz­strei­tig­kei­ten be­tref­fen, haben die in die­sen er­gan­ge­nen Ent­schei­dun­gen mit-unter auch grund­sätz­li­che Be­deu­tung. Als Bei­spiel sei das von uns er­strit­te­ne Ur­teil des Ver­fas­sungs­ge­richts­hofs des Lan­des Ber­lin vom 10.02.2016 (VerfGH 31/15) ge­nannt, wo­nach es der höchst­per­sön­li­che Cha­rak­ter des Ak­ten­ein­sichts­rechts des Ab­ge­ord­ne­ten nicht aus­schließt, dass die­ser zur Wahr­neh­mung der Ak­ten­ein­sicht fach­kun­di­ge Mit­ar­bei­ter hin­zu­zieht.