WAS­SER­RECHT

ÖF­FENT­LI­CHES RECHT

Das Was­ser­recht ist, wie schon der Name des Was­ser­haus­halts­ge­set­zes als des wich­tigs­ten Bun­des­ge­set­zes in die­ser Ma­te­rie an­deu­tet, ein Rechts­ge­biet, das einen sach­be­zo­ge­nen Quer­schnitts­be­reich aus dem Um­welt­recht, dem Wirt­schafts­ver­wal­tungs­recht und dem In­fra­struk­tur- und Fach­pla­nungs­recht re­gelt. Den ober­ir­di­schen Ge­wäs­sern und dem Grund­was­ser kom­men viel­fäl­ti­ge Funk­tio­nen zu, so unter an­de­rem als Be­stand­teil des Na­tur­haus­halts und als Le­bens­raum für Tiere und Pflan­zen, als Re­ser­voir für die Res­sour­ce Was­ser, als Ver­kehrs­weg und als Ab­fluss für Regen-, Schmutz- und Schmelz­was­ser. Diese viel­fäl­ti­gen Funk­tio­nen be­din­gen er­heb­li­che Nut­zungs­kon­flik­te zwi­schen den ein­zel­nen Funk­tio­nen, aber auch in­ner­halb der Funk­tio­nen, bei­spiels­wei­se wenn das Was­ser gleich­zei­tig Trink­was­ser und in­dus­tri­el­les Brauch­was­ser sein soll. Die Ver­wal­tung des Was­ser­haus­halts weist daher ge­gen­über bei­spiels­wei­se an­de­ren um­welt­recht­li­chen Ma­te­ri­en die Be­son­der­heit auf, dass nicht nur der Schutz des Um­welt­me­di­ums Was­ser im Vor­der­grund steht, son­dern zu­gleich das Be­wirt­schaf­tungs­er­mes­sen über die Res­sour­ce Was­ser. Dar­über hin­aus ist in vie­len Ge­bie­ten die Be­wirt­schaf­tung des Was­sers durch Was­ser- und Bo­den­ver­bän­de einer Form der funk­tio­na­len Selbst­ver­wal­tung un­ter­wor­fen, die ganz ei­ge­ne Be­son­der­hei­ten auf­weist.

In die­ser viel­fäl­ti­gen Ge­men­ge­la­ge be­ra­ten und ver­tre­ten wir unter an­de­rem pri­va­te und be­hörd­li­che Was­ser­be­nut­zer, Was­ser­be­hör­den und an­de­re mit der Ver­wal­tung des Was­sers be­fass­te kom­mu­na­le und staat­li­che Ver­wal­tungs­trä­ger. Im Be­reich des Was­ser- und Bo­den­ver­bands­rechts be­ra­ten und ver­tre­ten wir so­wohl die Ver­bän­de als auch deren Mit­glie­der und Bei­trags­pflich­ti­ge sowie sons­ti­ge Be­trof­fe­ne.

Ein we­sent­li­cher Teil un­se­rer Tä­tig­kei­ten er­streckt sich auf die Be­ra­tung von Ab­was­ser­be­sei­ti­gungs­trä­gern bei der Be­nut­zung von Ge­wäs­sern im Rah­men ihrer Ein­rich­tun­gen. Um­welt- und fach­pla­nungs­recht­lich be­glei­ten wir Vor­ha­ben des Ge­wäs­ser­aus­baus, der Ge­wäs­ser­un­ter­hal­tung, des Hoch­was­ser­schut­zes und des Ge­wäs­ser­schut­zes bei an­de­ren fach­pla­nungs­recht­li­chen Vor­ha­ben. Quer­ver­bin­dun­gen be­ste­hen aber auch zu un­se­rer ab­ga­ben­recht­li­chen Tä­tig­keit, bei­spiels­wei­se bei Ab­was­ser­ab­ga­ben und Was­ser­ent­nah­me­ent­gel­ten. Hier waren wir unter an­de­rem an dem Ur­teil des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts vom 20.04.2005 zu den Vor­aus­set­zun­gen einer Ver­rech­nung von Ab­was­ser­ab­ga­ben gemäß § 10 Abs. 3 Ab­was­ser­ab­ga­ben­ge­setz (9 C 4.04) und den Ur­tei­len des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts vom 24.06.2010 und 25.05.2016 zur An­er­ken­nung von Vor­be­las­tun­gen gemäß § 4 Abs. 3 Ab­was­ser­ab­ga­ben­ge­setz (7 C 17.09 und 7 C 13.14) be­tei­ligt.

Im Um­welt- und Fach­pla­nungs­recht mit Bezug zum Was­ser­haus­halt waren wir bei­spiels­wei­se in den Ver­fah­ren zu wie­der­keh­ren­den Bag­ge­run­gen in der Ems (EuGH, Ur­teil vom 14.01.2010 – Rs. C-226/08 –, Slg. 2010, S. I–131), zur Elb­ver­tie­fung (BVerwG, Ur­teil vom 09.02.2017 – 7 A 2.15 –, BVerw­GE 158, S. 1–142), zum Aus­bau der Außen- und Un­ter­we­ser (EuGH, Ur­teil vom 01.07.2015 – Rs. C-461/13 –, NVwZ 2015, S. 1041–1046; BVerwG, Ur­teil vom 11.08.2016 – 7 A 1.15 –, BVerw­GE 156, S. 20–59), zum Kraft­werk Moor­burg (EuGH, Ur­teil vom 26.04.2017 – Rs. C-142/16 –, NuR 2017, S. 393–397; BVerwG, Ur­teil vom 29.05.2018 – 7 C 18.17 –, NuR 2018, S. 694–698) oder zur Ha­fen­er­wei­te­rung in Ham­burg tätig, in denen wir Zu­las­sungs­be­hör­den oder Vor­ha­ben­trä­ger u.a. vor dem Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt und dem Eu­ro­päi­schen Ge­richts­hof ver­tre­ten haben. In allen die­sen Ver­fah­ren hat der Eu­ro­päi­sche Ge­richts­hof bzw. das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt ele­men­tar be­deut­sa­me rechts­grund­sätz­li­che Fra­gen ge­klärt, die sich im Zu­sam­men­hang mit der Aus­le­gung und An­wen­dung der FFH-Richt­li­nie, der Was­ser­rah­men­richt­li­nie bzw. der diese Richt­li­ni­en um­set­zen­den deut­schen Rechts­vor­schrif­ten stell­ten.