VER­WAL­TUNGS­KO­OPE­RA­TI­ON

ÖF­FENT­LI­CHES RECHT

Der star­ke Rück­gang der Be­völ­ke­rung in länd­li­chen Re­gio­nen auf der einen Seite und die Mög­lich­kei­ten di­gi­ta­ler Ver­net­zung, ver­bun­den mit dem hier­für teil­wei­se an­fal­len­den er­heb­li­chen Kos­ten­auf­wand, sind die Trei­ber einer ver­stärkt vor­zu­fin­den­den Ent­wick­lung – des Be­stre­bens von Ver­wal­tun­gen, Res­sour­cen zu bün­deln und ver­stärkt zu ko­ope­rie­ren. Dies be­trifft ori­gi­när die Zu­sam­men­ar­beit zwi­schen Ver­wal­tungs­trä­gern, wobei teil­wei­se Pri­va­te ein­ge­schlos­sen wer­den.

Der­ar­ti­ge Ko­ope­ra­tio­nen auf Lan­des- oder Kom­mu­nal­ebe­ne wer­fen eine Viel­zahl von Pro­ble­men auf. Diese be­gin­nen beim Ver­fas­sungs­recht, etwa der Frage aus­rei­chen­der de­mo­kra­ti­scher Le­gi­ti­ma­ti­on, wenn Be­fug­nis­se zum Ein­griff auf dem Ge­biet eines Bun­des­lan­des einer Be­hör­de des Nach­bar­lan­des über­tra­gen wer­den. Zu­sätz­li­che Pro­ble­me stel­len sich bei Bund-Län­der-Ko­ope­ra­tio­nen in dem nun­mehr u.a. durch Art. 104b und 104c des Grund­ge­set­zes zu­sätz­lich zu­ge­las­se­nen Rah­men. Hier sind teil­wei­se Re­ge­lun­gen durch Ver­wal­tungs­ver­ein­ba­run­gen vor­ge­se­hen und er­for­der­lich. Im Hin­blick auf Art. 104 Abs. 5 des Grund­ge­set­zes sind zudem even­tu­el­le haf­tungs­recht­li­che Kon­se­quen­zen in den Blick zu neh­men.

Ähn­li­che und auch an­de­re Fra­gen stel­len sich auch im Be­reich der in­ter­kom­mu­na­len Ko­ope­ra­ti­on, na­ment­lich der Grün­dung von Zweck­ver­bän­den, dem Ab­schluss von öf­fent­lich-recht­li­chen Ver­ein­ba­run­gen, der Bil­dung von Ver­wal­tungs­ge­mein­schaf­ten sowie der Er­rich­tung von ge­mein­sa­men Kom­mu­nal­un­ter­neh­men. Hinzu kom­men Fra­ge­stel­lun­gen aus den Be­rei­chen des Ver­ga­be-, Ge­sell­schafts-, Steu­er- und Ar­beits­rechts, die sich ver­stärkt stel­len, wenn zu einer in­ter­be­hörd­li­chen Zu­sam­men­ar­beit pri­va­te Ko­ope­ra­ti­ons­part­ner hin­zu­tre­ten. Dabei muss stets ge­prüft wer­den, ob be­stimm­te Vor­keh­run­gen, wel­che die Rechts­si­cher­heit auf einem Rechts­ge­biet er­hö­hen, nicht zu zu­sätz­li­chen recht­li­chen Ri­si­ken in an­de­ren Be­rei­chen füh­ren.