ATOM­RECHT

ÖF­FENT­LI­CHES RECHT

Das Recht der fried­li­chen Nut­zung der Kern­ener­gie be­rührt seit jeher viel­fäl­ti­ge In­ter­es­sen. Es spielt na­tür­lich für die Be­trei­ber kern­tech­ni­scher An­la­gen und für die staat­li­chen Auf­sichts­be­hör­den, aber auch für die in der Um­ge­bung einer kern­tech­ni­schen An­la­ge woh­nen­den Men­schen eine wich­ti­ge Rolle. Auf allen die­sen Ebe­nen hat die prak­ti­sche Be­deu­tung des Atom­rechts im Zuge der En­er­gie­wen­de noch zu­ge­nom­men. Bei­spiels­wei­se gilt es, den Rück­bau der Kern­kraft­wer­ke recht­lich zu be­glei­ten, die er­for­der­lich wer­den­den Trans­por­te zu re­geln und Ka­pa­zi­tä­ten für die Zwi­schen- und vor allem die End­la­ge­rung ra­dio­ak­ti­ver Ab­fäl­le zu schaf­fen. Au­ßer­dem muss na­tür­lich die Rest­lauf­zeit der be­ste­hen­den Kern­kraft­wer­ke wie eh und je ge­re­gelt, or­ga­ni­siert und über­wacht wer­den. Das­sel­be gilt für die nicht ge­setz­lich be­grenz­te Lauf­zeit an­de­rer kern­tech­ni­scher An­la­gen. Un­se­re Kanz­lei hat viel­fach Atom­auf­sichts­be­hör­den und an­de­re obers­te Be­hör­den be­ra­ten und ver­tre­ten. So hat etwa Prof. Dr. Wolf­gang Ewer im Jahre 2009 für die schles­wig-hol­stei­ni­sche Atom­auf­sicht ein Rechts­gut­ach­ten zu den Vor­aus­set­zun­gen und mög­li­chen Fol­gen des Weg­falls der atom­recht­li­chen Zu­ver­läs­sig­keit des Be­trei­bers eines Kern­kraft­werks er­stat­tet. Er hat diese Be­hör­de auch in Ver­fah­ren be­tref­fend die schles­wig-hol­stei­ni­schen Kern­kraft­wer­ke ver­tre­ten. Zudem hat­ten wir im atom­recht­li­chen Be­reich mit kom­ple­xen ver­fas­sungs­recht­li­chen Fra­ge­stel­lun­gen zu tun. So waren wir etwa am Ver­fah­ren vor dem Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt über den Atom­aus­stieg des Jah­res 2011 be­tei­ligt, wel­ches zum Ur­teil vom 06.12.2016 (1 BvR 2821/11 u.a.) führ­te.

Im Üb­ri­gen zeich­net sich das Atom­recht auf­grund sei­ner grenz­über­schrei­ten­den Be­zie­hun­gen und Aus­wir­kun­gen durch eine in­ten­si­ve Ver­schrän­kung des deut­schen Rechts mit dem eu­ro­päi­schen Recht, ins­be­son­de­re dem Recht der Eu­ro­päi­schen Atom­ge­mein­schaft (Eu­ra­tom), und mit völ­ker­recht­li­chen Re­ge­lun­gen aus. Auch in die­sen Be­rei­chen ver­fü­gen wir über um­fang­rei­che Er­fah­run­gen. So haben wir etwa in den Jah­ren 2016 und 2017 für das Bun­des­um­welt­mi­nis­te­ri­um Rechts­gut­ach­ten zur Frage der Ge­neh­mi­gung für die Aus­fuhr von Kern­brenn­stof­fen nach Bel­gi­en und Frank­reich bzw. zur Mög­lich­keit einer Be­en­di­gung der Uran­an­rei­che­rung und der Brenn­ele­men­te­fer­ti­gung durch den Bun­des­ge­setz­ge­ber er­stat­tet. Un­se­re Ex­per­ten haben in die­sem Be­reich auch an einer Reihe von wis­sen­schaft­li­chen Ver­öf­fent­li­chun­gen mit­ge­wirkt.